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Bericht: Exkursion zur Landeswasserversorgung nach Langenau am 29.06.2022

Am Mittwoch, den 29. Juni 2022 begaben wir uns mit 19 Leuten auf den Weg nach Langenau zum Zweckverband Landeswasserversorgung.

Vor Ort erwartete uns zunächst eine kleine Vorstellung des Wasserwerkes und seinen Versorgungsbereich. Mit Teilen Stuttgarts und weiteren 105 Städten, Gemeinden und kommunalen Zweckverbänden versorgt es ca. 3 Millionen Menschen mit hochwertigem Trinkwasser, gewonnen aus dem Grundwasser und der Donau.

Anschließend ging es weiter mit einer spannenden Führung über das Gelände und die verschiedenen Stationen der Grundwasser- und Donauwasseraufbereitung. Wir bekamen einen exklusiven Einblick in den CO2–Abscheider für das Grundwasser, das Flockungsbecken, wo die Trübstoffe des Donauwassers abgeschieden werden und sich noch ein paar kleine Fische hinein verirrt hatten, und die Ozonierungsanlage.

Flockungsbecken

Außerdem erhaschten wir einen Blick auf den mehrere Meter dicken Aktivkohlefilter und die Carbonatpellets. Diese binden überschüssiges Carbonat im Wasser an sich, werden wieder abgeschöpft und, als Beispiel perfekter Kreislaufwirtschaft, wieder zerkleinert und neu hinzugefügt, oder landen in der Glas- und Tierfutterindustrie.

Auffangbehälter für die Carbonatpellets

Nach einer kleinen Mittagspause mit Verpflegung ging es noch in einem Rundgang durch das Analytiklabor (architektonisch durchaus stilvoll), in dem unter anderem mit klassischen Pipettierverfahren und vollautomatisierter Gaschromatographie die Qualität des Trinkwassers im Auge behalten wird.

Am Ende bot sich uns noch die Gelegenheit, Alexander Schneck, einen ehemaligen Umweltschutztechniker und jetzt Ingenieur bei der Landeswasserversorgung, mit Fragen zu löchern. Er gab uns einen tollen Einblick in das Leben als Ingenieur bei der Trinkwasserversorgung.

In der großen Wasserhalle mit beeindruckendem Hall

Herzlichen Dank an das ganze Team der Landeswasserversorgung für die wunderbare Betreuung!

Bericht: Exkursion Müllheizkraftwerk Stuttgart-Münster am 19.05.2022

Am 19.05.2022 haben wir unsere erste post-pandemische Exkursion gewagt und sind zusammen mit 20 Umweltschutztechniker*innen das Müllheizkraftwerk in Stuttgart Münster besichtigen gegangen. Mit der U-Bahn ging es nach Münster, wo wir am Eingangstor des MHKWs von Herrn Pietzsch abgeholt wurden. Zunächst gab es eine kurze Präsentation über das Kraftwerk, die Wärme- und Energieversorgung Stuttgarts, sowie die Energiewende auch im Kontext des aktuellen Krieges in der Ukraine. Nach der Präsentation begann die Führung über das Kraftwerksgelände. Vorbei an den Gasturbinen, der Wasseraufbereitungsanlage und den Verbrennungstürmen, samt Rauchgasreinigung, ging es als erstes in die Entladehalle, wo wir beobachten konnten, wie die Müllautos den Abfall in den Müllbunker abließen.

Entladehalle des MHKWs

Einige Stockwerke weiter oben hatte man einen guten Blick auf den Gesamtmüllbunker und sah, wie die Müllgreifer den Abfall aus dem Bunker zu den Rotorscheren befördern, wo der Abfall zerkleinert wird und schließlich in den Müllkessel gelangt. Als nächstes kam die Müllverbrennung. Hier durften wir einen Blick auf das 900 bis 1100°C heiße Feuer werfen, was an einem Tag mit knapp 30°C Außentemperatur besonders kuschelig war.

Blick in die Müllverbrennung

Die entstehende Wärme wird genutzt um Dampf zu erzeugen, welcher wiederum durch Turbinen strömt und mittels Kraft-Wärme-Kopplung zur Strom und Wärmeerzeugung genutzt wird. Da während der Verbrennung jede Menge schadstoffbehaftete Rauchgase entstehen, wird die Abluft mit Hilfe von Elektrofiltern, und verschiedenen Wäschern gesäubert, bevor sie über den großen Schornstein, der schon aus der Ferne erkennbar ist, in die Umwelt entlassen wird.

Wir bedanken uns bei Herrn Pietzsch für die interessante und ausführliche Führung!

Bericht: Kleine Exkursion zum LFKW in Büsnau

Endlich wieder nach Büsnau! Nachdem die Exkursion im vorherigem Jahr nicht stattfinden konnte, hatten wir am 24. November 2021 wieder die Möglichkeit das einzigartige Lehr- und Forschungsklärwerk (LFKW) in Büsnau zu besuchen.

Bei sonnigem Wetter führte uns Kläranlagenleiter Peter Mauerer über das Betriebsgelände und gab den 14 Teilnehmer*innen einen tollen Einblick in die Technik und Arbeit der Abwasserreinigungsprozesse. Jetzt durften auch die jüngsten Uschis* endlich die Bekanntheit mit dem Klärwerk am ISWA machen.

Während der Besichtigung der vielfältigen Reinigungsstufen konnten auch viele Fragen der neugierigen Studierenden beantwortet werden. Nach knapp zwei Stunden spazierten wir wieder zurück zur Uni.

Besuch im Kraftwerk der Uni

Am Freitag fand die Führung von Professor Baumbach durchs Kraftwerk am Campus Vaihingen statt.

Das von der Universität Stuttgart betriebene Heizkraftwerk (HKW) im Universitätsbereich Stuttgart-Vaihingen existiert seit 1959 und versorgt damit neben den universitätseigenen Lehr- und Forschungseinrichtungen auch Institute der Max-Planck-Gesellschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft, des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt u.a. sowie fünf Studentenwohnheime mit rund 3.000 Studentenwohnungen.

Während unserer Exkursion konnten wir unter anderem einen Blick in einen Verbrennungsofen, die Schaltzentrale und diverse Anlagen werfen, die rein für Forschungsprojekte betrieben werden. Die gesamte Tour begleitete Professor Baumbach mit etlichen interessanten technischen sowie historischen Daten und Geschichten zum Kraftwerk. Dabei lernten wir nicht nur den Grundaufbau eines Kraftwerkes sondern auch dessen Kontrolle und Steuerung näher kennen.

Den krönenden Abschluss stellte der Blick von Dach der Anlage dar, von dem aus man einen herrlichen Ausblick auf die umliegende Gegend hat.

Exkursion zu juwi am 22.6.2011

Am 22.6. 2011 organisierte der Kontakt e.V. eine Exkursion nach Wörrstadt zu der Firma juwi, einem innovativen Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien, welches sich zum Ziel gesetzt hat, den Energiebedarf vollständig aus erneuerbaren Energien zu decken.
Da dieses Thema auch für den Studiengang „Erneuerbare Energien“ sehr interessant ist, durften neben Umweltscutztechnikern auch Studenten aus diesem Studiengang an der Exkursion teilnehmen.

Nach unserer Ankunft in Wörrstadt wurde uns zunächst von dem Umweltschutztechnikabsolventen Lukas Minnich, der seit kurzem bei juwi beschäftigt ist, die Umgebung der beiden Bürogebäude von juwi gezeigt. Wir gingen in Richtung des firmeneigenen Windparks, welcher aus zahlreichen Windrädern besteht. Es handelte sich um Windräder vom Typ Enercon E-80 mit einem Rotordurchmesser von 80 Metern und einer Turmhöhe von 130 Metern.

Dann ging es auch schon weiter ins so genannte „Clean Energy und Mobility Center“. Dort wurde uns von Dieter Tropp, einem Mitarbeiter der Firma, vorgerechnet, wie viel billiger man mit Strom im Vergleich zu Benzin fahren kann. Die „Spritkosten“ für Strom sind deutlich niedriger als für Benzin, weshalb man mit der gleichen Menge an Geld mit einem Elektroauto deutlich weiter kommt. Dem gegenüber steht allerdings der höhere Anschaffungspreis für Elektroautos, der sich hauptsächlich durch die teuren Batterien erklärt.

Als nächster Programmpunkt nach dem Clean Energy and Mobility Center war eigentlich eine Besichtigung des Wind- und Solarparks der Firma geplant. Da es jedoch inzwischen angefangen hatte zu gewittern, bekamen wir zunächst einen Vortrag über juwi und die erneuerbaren Energien und hatten anschließend die Gelegenheit, Lukas Fragen zu seinem Werdegang und zu juwi im Allgemeinen zu stellen.

Der Name juwi leitet sich von den Anfangbuchstaben der Nachnamen der Firmengründer ab: Fred Jung und Mathias Willenbacher, welche die Firma Anfang der 90er Jahre gründeten. Das Leistungsspektrum von juwi umfasst den ganzen Prozess von der Planung über die Finanzierung und Realisierung bis zur Betriebsführung erneuerbarer Energien. Dabei wird das Ziel verfolgt, unabhängig von fossilen Energieträgern zu werden und den Strombedarf dezentral ausschließlich aus erneuerbaren Energien zu decken.

Ein weiterer Geschäftsbereich von juwi sind die „green buildings“, also energieeffiziente Gebäude. Anhand einer Führung durch das Firmengebäude von juwi, dem energieeffizientesten Bürogebäude der Welt, wurde uns gezeigt, wie man in einem Gebäude Energie und sonstige Ressourcen sparen kann.

Das Gebäude besteht zum größten Teil aus naturbelassenem Holz, welches für eine gute Wärmedämmung sorgt. Die Toiletten der Firma sind allesamt Vakuumtoiletten, da auf diese Weise Wasser beim Spülen gespart werden kann. Im Keller des Gebäudes befindet sich die intelligente Steuerung für Licht und Heizung. Durch automatisches Ein- und Ausschalten von Licht und durch bedarfsgerechtes Heizen können bis zu 70% der Energie eingespart werden. Die Energie der Warmluft wird mithilfe von Wärmetauschern rückgewonnen. Außerdem befinden sich auf den Dächern der Carports Solaranlagen und neben dem Gebäude ist ein BHKW installiert.

Mithilfe all dieser Maßnahmen ist es möglich, mehr Energie zu erzeugen, als im Gebäude verbraucht wird. Der überschüssige Strom wird ins Netz eingespeist.

Auch für die Zufriedenheit der Mitarbeiter ist gesorgt: Es gibt einen Ruheraum, in dem man sich entspannen kann sowie einen Fitnessraum und ein Volleyballfeld auf dem Firmengelände.

Nach der Hausführung hatte es aufgehört zu regnen und es ging mit dem Bus noch einmal zum Windpark, wo wir eines der Windräder betreten konnten. Außerdem kamen wir noch am Solarpark und Klettergarten der Firma vorbei sowie an einer Baustelle für neue Carports. Diese werden gebaut, da die Firma zur Zeit stark wächst und die Parkplätze inzwischen knapp werden. Auch die Plätze in den Büros waren zum Zeitpunkt unserer Exkursion knapp und einige Mitarbeiter mussten bis zur Fertigstellung eines weiteren Bürogebäudes in provisorischen Baucontainern arbeiten.

Mit der Ankunft zurück am Bürogebäude endete unsere Rundfahrt über das Firmengelände und das Ende der Exkursion war erreicht. Mit diesen interessanten Eindrücken ging es zurück nach Stuttgart.